Mehr als Musical

Kooperation ist alles!

Das Hölderlin-Musical anlässlich des 250. Geburtstages Friedrich Hölderlins ist nur realisierbar weil verschiedene Gruppierungen eng zusammenarbeiten. An erster Stelle ist die Stadt Lauffen am Neckar zu nennen, die das Projekt als Ideengeber zusammen mit Heike Schweder-Netter ins Leben gerufen hat. Die Stadt trägt und fördert den Fortlauf des Projektes an allen Ecken und Enden und ist zudem Veranstalter des Hölderlin-Musicals.

 

Als zweite wichtige Säule erscheint das Hölderlin-Gymnasium Lauffen am Necker – sowohl Schulleitung als auch die beteiligte Lehrerschaft und alle mitwirkenden Schülerinnen und Schüler sind elementare Unterstützer, Akteure und Förderer. Viel Zeit und Energie wird hier aufgewendet, um Text und Töne in Lauffen am Neckar auf die Bühne zu bringen.

 

Wenn das Musical dann im Jahr 2020 auf Reisen geht und andere Hölderlin-Städte besucht, zieht der kooperative Gedanke noch weitere Kreise. Vor Ort werden Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Städte den Chor und Teile des Ensembles stellen. 

 

Dies alles verbindend: die Band Hölders Welt mit ihrem transatlantischen Freundesumfeld – hier darf man auf über drei Jahrzehnte gemeinsamen Musikschaffens zurückblicken. Was für ein Geschenk! Und das ganze hatte seinen Startpunkt als Schulband am Hölderlin-Gymnasium Lauffen am Neckar (danke für die Idee zur Band Hartmut!)!

Die Story anlässlich Hölderlins 250. Geburtstages

Zwei Zeiträume werden nebeneinander gestellt: 1793 und 2020. In 1793 begegnen uns Hölderlin, Schelling und Hegel während ihrer Studienzeit am Tübinger Stift. Sie sind unzufrieden, begehren auf und entwerfen eine Gesellschafts-Utopie, die später als „Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus“ Grundlage der daraus entspringenden deutschen Philosophie sein wird – eine Werte-Ordnung zur umfassenden Freiheit für den Einzelnen im idealen Zusammenspiel mit der umgebenden Welt, sich orientierend am wahren Schönen. Die drei Freunde treffen auf Charaktere ihrer Zeit, den Herzog v. Württemberg, Dichterkollegen, Wirtshaus-Bevölkerung, sie sehen ihre Träume an fehlender Offenheit scheitern. Hölderlin stellt dem entgegen: "Komm! ins Offene, Freund!".

2020 erleben wir einen Literaturkurs an der Hölderlin-Schule, der sich gerade der Verbindung von Poesie und Philosophie am Beispiel Friedrich Hölderlins widmet. Ein Theater-Anspiel des Themas soll als Highlight des Schuljubiläums aufgeführt werden. Doch unvermittelt drängt sich die Einweihung des von Investor Grump gestifteten Hölderlin-Denkmals in den Vordergrund. Ein Teil der Schüler wehrt sich gegen diese nur vordergründig wohltätige Aktion. Es kommt zum Streit, die Lage eskaliert.

Durch ein Zusammentreffen ungünstiger Umstände, einen Unfall und die außerhalb der Zeit existente Seelenverwandschaft verschiedener Protagonisten geschieht das Unmögliche:  Hölderlin landet im Jahr 2020. Bewahrheitet sich das Einstein-Rosen-Paradoxon oder geschieht dies alles nur im Kopf des seit dem Unfall im Koma liegenden Robin? Zeit und Raum scheinen sich aufzulösen…

Von der Schul-band zur Musical-BAnd

Der Schritt war naheliegend. Zumindest im Fall der Schulband des Hölderlin-Gymnasiums aus dem Jahr 1986. Nach ersten Cover-Konzerten stellte die Band sämtliche Musiker und einen Teil der Solisten bei der Schul-Musical-Aufführung „Joseph and the amazing technicolor dreamcoat" von Andrew Lloyd Webber. Mit großem Erfolg ging das Musical 1987-1989 mehrfach auf die Bühne und der Weg der Schulband war vorgezeichnet.

 

Schon drei Jahre später 1991 (mittlerweile mit dem Abitur in der Tasche) präsentierte die Formation in enger Zusammenarbeit mit ihrer Schule das selbstgeschriebene Musical „Bilder einer wilden Welt“.

 

Mit der MusiCollage „Albatros“ betraten die Musiker 1993 eher experimentelles Terrain. Eine professionelle Tanz-Crew machte das Werk zum mitreißenden Erlebnis, das alle Jugend, Sehnsucht und Liebe zum Leben zum Ausdruck brachte.

 

Es folgte zum 50jährigen Gedenken des Endes des Zweiten Weltkrieges 1995 das Muscial „45“, welches mehrfach in Kirchheim am Neckar, Lauffen am Neckar, Bietigheim und Ludwigsburg bis ins Jahr 1997 aufgeführt wurde. Hier kooperierte die Band mit der Young Chorporation, einem kurz zuvor ins Leben gerufenen jungen Chor des Liederkranz Kirchheim am Neckar. Das Besondere: Sämtliche Sängerinnen und Sänger waren als Akteure auf der Bühne ins Geschehen eingebunden.

 

Mit „Bittersweet“ nahm sich die Band im Jahr 2003 selbst in den Fokus und erzählte eine Geschichte von Aufstieg und Fall in einer zum Erfolg gezwungenen Musikbranche. Auch hier war wieder ein professionelles Tanz-Ensemble und die Young Chorporation elementarer Teil des Musicals. Mit der abschließenden Aufführung 2005 im Ludwigsburger Forum verabschiedeten sich die Musiker für 10 Jahre von der großen Bühne. Die Musiker begannen ihr Schaffen wieder einzelnen Liedern zuzuwenden und veröffentlichten in dieser Zeit verschiedene Einspielungen. Die Singsprache wechselte 2008 von Hochdeutsch auf Schwäbisch. Unter dem Namen „Heimer's Welt“ war die Formation gern gesehener Gast im Fernshen und bei verschiedenen Kulturprogrammen der Region. Das „3-Gänge-Menü“, eine Kombination aus Konzert und Kulinarik etablierte sich über Jahre im Veranstaltungskalender.

 

2015 wurde von Heike Schweder-Netter und Klaus-Peter Waldenberger die Idee zu einem Hölderlin-Musical an die Band heran getragen. Spontan waren alle begeistert, für das kommende Jubiläumsjahr 2020 wieder ins Muscial-Genre zu wechseln. Ende 2016 begann der Konzeptions- und Kompositions-Prozess an „Hölder – das Musical“.